Viele denken, dass Feldhasen und Kaninchen miteinander verwandt sind, das ist aber nicht so.
Während der Feldhase ein Nestflüchter und Einzelgänger ist und auf dem freien Feld, Wiese oder im Bereich der Waldkante lebt, gehört das Kaninchen zu den Nesthockern, lebt gesellig mit anderen Kaninchen in Kolonien und bewohnt Erdbauten.
Der Größenunterschied ist deutlich: Das Gewicht des Kaninchen beträgt etwa 1-2 kg, das des Feldhasen zwischen ca. 4-6 kg.

Unterschied HasenartigeDer Feldhase hat schwarze Löffelspitzen (Ohrenspitzen) und wunderschöne bernsteinfarbene Augen mit einer großen dunklen Pupille, das Kaninchen schaut uns mit komplett dunkelbraunen Knopfaugen an und hat einfarbige Ohren.
Zur Tarnung besitzen Feldhasen ein Fell, das auf der Oberseite erdbraun gestromt ist, so dass man sie auf dem Feld und in der Sasse so gut wie nicht erkennen kann, das Bauchfell ist weiß. Der Hase hat im Vergleich zum Kaninchen ein großes Revier, ist aber standorttreu.
Die schwarzen Löffelspitzen des Hasen sind ein unveränderliches Merkmal. Sogar der in nördlichen Regionen vorkommende Schneehase behält im makellos weißen Winterfell die schwarzen Löffelspitzen.

Feldhase
Feldhase

Der Feldhase bringt nach einer etwa 6 Wochen dauernden Trächtigkeit zwischen 2 und 5 Junge auf die Welt, die er in eine „Sasse“, eine flache Erdmulde im Feld legt; die kleinen Hasen kommen behaart und sehend auf die Welt und verbleiben die ersten Tage in der direkten Nähe des Geburtsorts, dort werden sie anfangs mehrmals täglich gesäugt.

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Wildkaninchen

Sind die kleinen Hasen nach einigen Tagen genügend mobil, bewegen sie sich auch schon weiter weg von der Sasse und kommen selbsttätig zu dem fest eingehaltenen Säugeplatz und verlassen diesen anschließend in verschiedene Richtungen. Das bedeutet Sicherheit durch Vereinzelung und hat deutliche Vorteile für die Überlebenschancen der Hasenkinder. Dabei ist auch wichtig, dass sie ein gedecktes Feld, wie z.B. Blühflächen, Getreidefelder, Brachen oder hoch gewachsenes Gras in Mähwiesen vorfinden, damit sie möglichst auch von Greifvögeln oder Rabenkrähen nicht gefunden werden können. Oft sucht die Häsin die Junghasen auch selbsttätig zum Säugen auf.

Nach etwa 3 Wochen müssen die kleinen Hasen sich schon überwiegend selbst ernähren und es gibt nur noch 1 mal am Tag Milch.
Kleine Hasen haben noch keinen Geruch, damit sie von Fressfeinden wie Fuchs und Marder nicht so leicht aufgefunden werden.

Wer Hasenkinder findet: Bitte nicht berühren, sie wurden nicht verlassen, sondern haben sich nur versteckt! Sie werden nicht mehr von der Mutter angenommen, wenn der Mensch oder ein Tier, wie z.B. ein Hund, seinen Geruch an ihnen hinterlassen hat.

Wildkaninchen sind im Gegensatz zu Hasen Nesthocker. Sie gebären etwa 6-8 Junge nach einer Tragzeit von etwa 4,5 Wochen nackt und blind in eine Setzröhre im Bau. Wildkaninchen findet man überall auf der Welt, dort, wo sie in Kolonien leicht ihre Baue graben können, also keine schweren Böden vorhanden sind. Sie haben ein graubraunes einfarbiges Fell, das an der Bauchseite grau/weiß ist. An manchen Orten können sie durch ihre schnelle und reichliche Vermehrung zur Plage werden. Deshalb werden sie auch auf manchen befriedeten Gebieten, wie Friedhöfe, öffentliche Parkanlagen etc. bejagt.

Kaninchen sind durch das enge Zusammenleben mit Artgenossen hoch anfällig für ansteckende Krankheiten. Immer wieder dezimieren grassierende Krankheiten wie Myxomatose oder Chinaseuche die Kaninchenbesätze und lassen sie fast verschwinden. Einige wenige überlebende Tiere lassen aber die Population rasch wieder anwachsen.

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Wildkaninchen (links) neben einem Feldhasen

 

Das Wildkaninchen ist schon nach 10 Wochen fortpflanzungsfähig, der Feldhase dagegen erst nach 7 Monaten. Beide Arten bekommen mehrmals jährlich Junge. Kaninchen und Feldhasen sind nicht miteinander verwandt, sie haben sogar eine unterschiedliche Anzahl von Chromosomen (Hase 48, Kaninchen 44) Feldhasen und Kaninchen können sich daher nicht verpaaren! Sie entwickeln auch unterschiedliche Krankheiten, Kaninchen bekommen keine Hasenkrankheiten und umgekehrt bekommen Hasen auch keine Kaninchenkrankheiten.
Manche Krankheiten des Feldhasen, wie die Brucelose oder die Tularämie (Hasenpest) können auch für den Menschen gefährlich werden.
Die sogenannten „Stallhasen“ sind übrigens keine Hasen, sondern Kaninchen, sie kommen nackt und blind auf die Welt. Da sie aber als Fleischlieferanten auf Größe gezüchtet wurden, werden sie größer als Wildkaninchen und die Menschen nennen sie daher gern „Hase“.

 

 

 

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