390711_web_R_B_by_Thommy Weiss_pixelio.deFüchse gehören zur Ordnung der Raubtiere. Sie sind Hundeartige, sogenannte Caniden, genau wie Wolf, Kojote oder Haushund. Im Gegensatz zum Wolf lassen sie sich aber nicht mit Hunden kreuzen, da sie unterschiedliche Chromosomenanzahlen besitzen.
Füchse gibt es fast überall auf der Welt, von Asien über Australien, Europa bis Nordamerika. Seine ursprüngliche Heimat ist Eurasien.
Es gibt etwa 15 Arten von Füchsen, einer der verbreitesten ist der bei uns heimische Rotfuchs (Vulpes vulpes), weitere sind der Polarfuchs, Steppen- , Tibet-, und US-Graufuchs. Auch Arten wie Fennek oder Löffelhund gehören zu den Füchsen.

Unser Rotfuchs ist ein ausgesprochener Nahrungsgeneralist, sein Beuteschema reicht von seiner Leibspeise Maus über Aas, Amphibien, Fische, Mäuse, Kaninchen, Hasen, Bodenbrüter, Regenwürmern bis hin zu Rehkitzen. Er besitzt eine außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit, manche bezeichnen ihn als regelrechten Nahrungsopportunisten, der frisst, was er findet. So hat er sich mittlerweile zum Kulturfolger entwickelt und hat sich den menschlichen Siedlungsraum erobert.

Polarfuchs
Polarfuchs

Er ist ein dämmerungs- und nachtaktives Tier, deshalb sind seine Sinnesorgane äußerst geschärft.
Mit seinen fast um 360 Grad drehbaren Ohren kann er jedes Geräusch präzise orten. Er besitzt einen etwa 400 mal besseren Geruchssinn als den des Menschen. Die Augen sind der der Katze sehr ähnlich. Beim Jagen nach Mäusen zeigt er seinen berühmten „Mäuselsprung“, indem er erst still verharrt um zu hören, wo sich die Maus befindet, anschließend springt er in die Höhe, um dann senkrecht nach unten die Maus zu fangen.
http://wildeswissen.de/2015/09/16/maeuseln/

Den männlichen Fuchs nennt man Rüde, den weiblichen Fähe, die Jungen Welpen.
http://wildeswissen.de/2015/08/21/waidmannssprache-fuchs/

Ein erwachsener Fuchs ist ca. 80-110 cm lang, etwa 35-40 cm hoch und wiegt durchschnittlich 6-10 kg. Das durchschnittliche Alter beträgt 4-7 Jahre. Geschlechtsreif ist der Fuchs mit etwa 10-12 Monaten.

Füchse haben ein ausgeklügeltes Verständigungssystem und Ruflaute, je nachdem, ob sie die Jungen anlocken wollen, wenn sie Futter bringen, in der Ranzzeit das Bellen und Keckern oder das schreckende Bellen, wenn Gefahr in Verzug ist.

Die Paarungszeit  (Ranz) beginnt manchmal schon im Dezember und geht bis in den Februar, je nach Witterung. Die Jungen werden dann nach etwa 50-52 Tagen in das Frühjahr hinein geboren.
Füchse bilden in dieser Zeit Lebensgemeinschaften um zusammen Junge aufzuziehen. Dafür werden gemeinsam unterirdische Baue angelegt.

Der meist umfangreiche Bau besitzt eine Hauptröhre und mehrere Fluchtröhren. Die beim Graben anfallende Erde wird dabei zum Ausgang befördert und dort nach allen Seiten verstreut.
Füchse nehmen manchmal auch einfache Behausungen unter Gartenhäusern, Reisighaufen oder in Felsspalten für die Jungenaufzucht an, auch alte Dachsbaue werden übernommen.
Wenn der Bau groß genug ist, kommt es sogar vor, dass Fuchs und Dachs gemeinsam darin wohnen. Meist wird es aber dem reinlichen Dachs zuviel und er zieht aus.

 

Jungfuchs
Jungfuchs

Die 80 bis 160 Gramm schweren Fuchswelpen werden mit geschlossenen Augen geboren und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach 12 bis 14 Tagen öffnen die Welpen die Augen. Sie werden vier bis sechs Wochen lang gesäugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt hat bereits ein Fellwechsel stattgefunden; die Jungfüchse haben nun die fuchstypische rötliche Färbung.

In den ersten Wochen nach der Geburt verlässt die Fähe selten den Bau. In dieser Zeit versorgt der Rüde die Fähe mit Nahrung. Die Fähe kann die Welpen zwar auch allein aufziehen, die Betreuung durch beide Elterntiere erhöht jedoch Überlebenschancen der Welpen.

Im Alter von etwa 25 Tagen entwickeln sie dann schon eine Rangordnung untereinander und es kommt zu kleinen Kämpfen. Nach 5-6 Wochen werden sie entwöhnt und nach etwa 4 Monaten sind sie schon relativ selbständig.

 

Es gibt starke Unterschiede im Aufbau der Sozialstruktur der jeweiligen lokalen Fuchspopulation.
Die Organisation der Sozialstruktur von Füchsen ist sehr kompliziert und konnte bisher nicht vollständig geklärt werden.
Die jungen Rüden eines Wurfes verlassen dann im Zeitraum von September bis November das elterliche Revier, während die jungen Fähen manchmal noch bei den Eltern bleiben.

 In Mitteleuropa besitzt der Fuchs praktisch keine natürlichen Feinde mehr, weshalb er sich  ungehindert ausbreiten kann.
Im Gebirge ist der Adler der einzige, der vereinzelt Füchse schlägt.

Die größte natürliche Bedrohung für den Fuchs geht von Krankheiten aus. Mitte der 80iger Jahre wurde der Fuchs durch Jäger und Naturschutzbehörden durch regelmäßig ausgebrachte Impfköder gegen die Tollwut immunisiert, sie gilt als ausgerottet.
http://wildeswissen.de/2015/10/09/wildtierkrankheiten-tollwut/

Die Staupe ist eine Viruserkrankung, die aufgrund  großer Populationen  wieder vermehrt am kommen ist. Etliche Fälle wurden schon nachgewiesen und sind auch für Haustiere gefährlich.
http://wildeswissen.de/2016/02/26/wildkrankheiten-die-staupe/

Auch die Räude, eine durch die Sarcoptes-Milbe hervorgerufene  parasitäre Erkankung, befällt vermehrt Populationen.

Es werden auch vermehrt Infektionen von Menschen mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus) festgestellt.
http://wildeswissen.de/2015/07/30/ist-der-fuchsbandwurm-gefaehrlich/

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Vulpes
Art: Rotfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes vulpes
(Linnaeus, 1758)

(c) Thommy-Weiss_pixelio.de_

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