Das Steinwild  – Alpensteinbock (Capra ibex)

Einst besiedelte das Steinwild die gesamten Hochlagen der   Europäischen Alpen, doch der Aberglaube brachten es bis auf wenige Exemplare an den Rand des Aussterbens. Einzig ein kleines Rudel von ca. 100 Tieren im Königlichen Italienischen Jagdrevier „Gran Paradiso“, der bereits 1922 zum National Park wurde, bildet die Grundlage für die heute wieder 40.000 Stück Steinwild in den Alpen.

Der Steinbock (Steinwild) zählt zu den Ziegenartigen, diese wiederum zu den Boviden, den Hornträgern. Es gibt folgende Unterarten:

• Alpensteinbock (Capra ibex)
• Äthiopischer Steinbock (Capra walie)
• Iberiensteinbock (Capra pyrenaica)
• Ostkaukasischer Steinbock (Capra cylindricornis)
• Sibirischer Steinbock oder Asiatischer Steinbock (Capra sibirica)
• Syrischer Steinbock oder Nubischer Steinbock (Capra nubiana)
• Westkaukasischer Steinbock (Capra caucasica)

Der Alpensteinbock besiedelt in den Alpen die Regionen von der Waldgrenze an aufwärts bis in die höchsten Lagen.
Das Steinwild lebt in Rudeln, die aus den Jungtieren und weiblichen Tieren bestehen. Männliche Tiere bilden in der Jugend lockere Junggesellenrudel, erwachsene Böcke leben allein.

748158_original_R_by_berggeist007_pixelio.deDer Alpensteinbock hat ein Stockmaß von ca. 90 cm und eine Länge von Kopf bis zum Schwanz von ca. 150 cm im Durchschnitt. Weibliche Tiere wiegen um die 40 kg, wohingegen Böcke schon an die 100 kg wiegen können. Das Imposante des Steinwildes sind die Hörner der Böcke, die durch aus eine Länge von 100 cm erreichen können. Dazu trägt der Böck noch den Ziegenbart. Auch die weiblichen Tiere, die Steingeissen, sind gehörnt. bBereits das Jungtier („Kitz“) bildet mit 4 Wochen Hornzapfen aus. Nach 2 Monaten sind diese bereits ca. 3 cm lang. Bei Böcken werden die Hörner bis zu 1 m lang, bei Geissen bis ca. 30 cm. Der Querschnitt des Bockhorns ist dreieckig, der der Geiss eher oval. Steinböcke werden ca. 15 bis 18 Jahre alt, das Alter kann an den Schmuckwülsten am Horn ermittelt werden; es werden in der Regel zwei solche Wülste pro Jahr gebildet. 

Ab dem dritten Lebensjahr sind die Steinböcke geschlechtsreif, Geissen in der Regel mit zweieinhalb Jahren. Die Brunft beginnt im November und reicht bis in den Januar. In dieser Zeit steht das Wild in gemischten Rudeln, die meist aus einem älteren Bock,  jüngeren Böcken, Geißen und Jungtieren bestehen.
422540_original_R_K_by_Erich Keppler_pixelio.deDie Steingeiß setzt n
ach ca. 23 Wochen,  Ende Mai oder im Juni meist ein Kitz. Zwillingskitze sind eher  selten. Schon am Tag des Setzens folgt das Kitz der Mutter.  Im Alter von vier, fünf Wochen schließen sich die Kitze zu Jugendverbänden zusammen. Obwohl die Kitze schon ab der ca. dem 10 Lebenstag Pflanzenäsung aufnehmen, werden sie  bis in den Winter hinein gesäugt.

Die Steinböcke sind genügsame Wiederkäuer und ernähren sich hauptsächlich aus Kräutern, Knospen, Latschen und Weichhölzern. Im Winter auch aus Flechten, saftigen Baumrinden, Moosen und hervor gescharrte Flechten oder Gräser. In der kalten Jahreszeit sind Steinböcke den ganzen Tag auf Futtersuche und geschäftigen sich mit scharren und bevorzugen sonnige Felsvorsprünge die ihnen freien Umschau gewähren.

Auch in Deutschland gibt es wieder Alpensteinböcke. Bereits 1936 wurden die ersten Exemplare bei Berchtesgaden wieder angesiedelt. Das Vorkommen in Deutschland beläuft sich auf ca. 300 Tiere aufgeteilt auf fünf Vorkommen Berchtsgaden, Graswangtal/Ammerwald, Bayrischzell, den Allgäuer Alpen an der Benediktenwand und im Hagengebirge.

(c) berggeist007/pixelio.de
Erich Keppler/pixelio.de

 

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