OLYMPUS DIGITAL CAMERADer meistens kurz PRT genannte, hochläufige überwiegend weiße Terrier hat seinen Ursprung in England. Ab ca. Mitte des 19.Jahrhunderts züchtete der englische Pfarrer (= Parson) John Russell (Rufname Jack) Foxhounds und robuste, jagdlich höchst leistungsfähige Foxterrier. Im Laufe der Zeit wurden Linien, die auf seinen Zwinger zurückgingen, als Parson Jack Russells Terrier bekannt.

Später wurden unter diesem Begriff nicht nur die hochläufigen, sondern auch die viel bekannteren niederläufigen Terrier dieses Typs geführt. Ab 1999 wurden die hochläufigen Terrier endgültig als eigenständige Rasse anerkannt und heißen seit dem Parson Russell Terrier.

b-wurf-01-04-20010-008Ein PRT sollte weiß sein, mit einem dunklen (schwarz oder braun) Körperfleck am Rutenansatz und idealerweise einem dunklen Kopf. Es gibt glatthaarige und rauhaarige Hunde, die auch miteinander gekreuzt werden dürfen. Die Schulterhöhe sollte bei Hündinnen max. 35 cm betragen, beim Rüden max. 38. cm. Das Gewicht liegt je nach Größe zwischen 7 und 10 Kilo. Der Brustkorb muss flexibel und spannbar sein, d.h. er muss mit zwei Händen umfasst werden können, so dass sich oben an der Schulter die Daumen und unten an den Rippen, hinter der Schulter, die Mittelfinger berühren können. Nur dann ist es für einen PRT risikoarm, in einem Naturbau hinter dem Fuchs zu jagen.

img_5415Die Hunde gelten als ausgesprochen freundlich und geeignet für die Haltung im Haus, auch Kinder sind völlig unproblematisch (es ist sogar so, dass, wenn Unfug angestellt wird, Kinder und Terrier hervorragend zusammenarbeiten). PRT laufen auch höchst erfolgreich Agility und sind sehr gut im Man-Trailling. Sie sind neugierig, klug und lernwillig,  haben ein selbstbewusstes, temperamentvolles Wesen, einen ausgeprägten Jagdtrieb und sind selbstentscheidend. Eine Eigenschaft, die unverzichtbar ist, wenn ein PRT in seinem hauptsächlichen jagdlichen Einsatzgebiet, der Baujagd, im Fuchs- oder Dachsbau selbst entscheiden muss, wie er am besten vorgeht.

PRT sind nicht übertrieben scharf, sie suchen nicht den Kampf mit dem Fuchs im Bau, sondern sind eher dahin gezüchtet, dass sie den gestellten Fuchs so lange intensiv verbellen, bis der Fuchs entnervt aufgibt und den Bau verlässt.

Aber diese vielseitigen leichten Hunde haben noch mehr zu bieten. Sie werden gern eingesetzt auf Treibjagden zum Stöbern unter der Flinte, sie img_9597werden häufig in Meuten bei Ernte- oder Drückjagden auf Schalenwild eingesetzt. Geschützt mit einer speziellen stich- und reißfesten Schutzweste gehen diese mutigen kleinen Hunde auch 150 Kilo-Keilern nicht aus dem Weg. Und sie haben eine hervorragende Nasenleistung.

Diese Eigenschaft hat mich vor einigen Jahren bewogen, einen PRT zu kaufen. Ich suchte einen Jagdbegleiter, der leicht genug war, um ihn auch auf hohe Ansitzeinrichtungen mitzunehmen und der eine gute Arbeit nach dem Schuss anbietet.

Seine Vielseitigkeit hat mein Hund seitdem unter Beweis gestellt, indem er die Jagdeignungsprüfung (JEP) und die Bauprüfung (BP) (die BP stellt versicherungstechnisch die jagdliche Brauchbarkeit für einen Terrier dar) bestand. Kurz danach erfolgte der vorgeschriebene Wesenstest (WT), die Zuchtzulassung (ZZL) und der Nachweis den lauten Jagens auf Sicht (sil). Mit diesen bestandenen Prüfungen im Gepäck hat mein PRT dann zwei Jahre später die Verbandsschweißprüfung (VswP) bestanden.

Eine etwas ungewöhnliche Arbeitsrichtung für einen Terrier, aber äußerst erfolgreich.

Es heißt von diesen Hunden nicht umsonst: Big dog in a small package.

Kommentare

1 Kommentar auf "Jagdhundrassen – der Parson Russell Terrier"

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Marco Mausehund
Gast
JRT oder P(J)RT? Jack Russell Terrier oder Parson (Jack) Russell Terrier? Hartnäckig hält sich bei einem Großteil der Hundewelt die folgende Meinung, dass die Variante mit den kurzen Läufen als Jack Russell Terrier, die mit den langen Läufen als Parson (Jack) Russell Terrier bezeichnet wird. Im Rückblick auf die Geschichte dieses vielseitigen Terriers ist dies jedoch aus unserer Sicht nicht korrekt, sodass wir uns entschlossen haben, diese Bezeichnungen von einer anderen Seite zu beleuchten! Tatsache ist, dass in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts John „Jack“ Russell in Devon einen Arbeitstyp des Foxterriers züchtete- und zwar ohne Registrierung in dem… Read more »
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