Das Rotwild, umgangssprachlich auch Hirsch genannt, ist das größte jagdbare Wild in Deutschland. Ursprünglich ein Bewohner freier, weiter Steppenräume, lebt Rotwild in Europa mittlerweile überwiegend in bewaldeten Gegenden. Es ist Schalenwild (Paarhufer, die Klauen werden Schalen genannt), ist ein Wiederkäuer und gehört zur Familie der Cerviden (Geweihträger). Die Sommerdecke des Rotwilds ist kräftig rotbraun, die Winterdecke graubraun.

Geweihträger Rothirsch
Geweihträger Rothirsch

Das Geweih vom männlichen Rotwild, dem Hirsch, wird jedes Jahr im Frühjahr abgeworfen und wächst aus Knochenmasse wieder neu auf. Das wachsende Geweih ist mit einer gut durchbluteten samtigen Haut, dem Bast, überzogen. Dieser Bast trocknet nach Abschluss des Geweihwachstums, wird ab Spätsommer verfegt und ist bis zum Beginn der Brunft im September vollständig vom fertigen Geweih entfernt.
Das weibliche Rotwild heißt Hirschkuh, die jagdliche Bezeichnung ist Tier oder Kahlwild. Es trägt kein Geweih.

Hirschrudel im Spreewald
Hirschrudel im Spreewald

Den überwiegenden Teil des Jahres lebt das Rotwild in geschlechtergetrennten Rudeln. Die Kahlwildrudel setzen sich zusammen aus kleinen Familienverbänden von Alttieren und Kälbern und einjährigen Schmaltieren und Schmalhirschen. Die Schmalhirsche verlassen im Lauf ihres zweiten Lebensjahres die Kahlwildrudel und schließen sich den Hirschrudeln an.

Ab Anfang September, zu Beginn der Brunft, verlassen die älteren Hirsche die männlichen Rudel und schließen sich den Kahlwildrudeln an. Es kommt zu Rangordnungskämpfen und der stärkste Hirsch, der Platzhirsch, erkämpft sich das Vorrecht der Bedeckung von paarungsbereiten Tieren aus dem Rudel.

Brunfthirsch
Brunfthirsch

Nach einer Tragzeit von etwa acht Monaten wird im Mai/Juni des darauf folgenden Jahres meistens ein Kalb gesetzt. Zwillinge kommen bei Rotwild selten vor. Die Kälber sind wie beim Rehwild im Jugendkleid rötlichbraun mit weißen Flecken. Diese Flecken wachsen sich im Laufe des Sommers aus. Das Kalb hat eine lange Bindung an das Alttier, weibliche Kälber bleiben oft ein Leben lang mit dem Alttier in einem Kahlwildrudel, männliche Kälber eineinhalb bis zwei Jahre.

(c) Günter Havlena/pixelio.de
Peter Becker/pixelio.de

 

 

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