Die Tollwut (Rabies) ist eine Zoonose und eine für Mensch und Tier tödlich verlaufende Viruserkrankung. Laut der WHO sterben auch heute noch jährlich etwa 55.000 Menschen an Tollwut.

In Europa gibt es verschiedene Virusarten, die die Tollwut übertragen können. Der Rabiesvirus (RABV) verursacht die sogenannte terrestrische Tollwut und wurde bis vor wenigen Jahren hauptsächlich durch Wildtiere (Füchse, Dachse, Marder, Rehe) und Weidetiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde) verbreitet. Das hauptsächliche Virusreservoir stellte dabei der Fuchs dar. Über Hunde und Katzen wurde die Krankheit auf den Menschen übertragen. Dieser Virustyp kann, wenn auch selten, durch Fledermäuse übertragen werden. Verantwortlich für die Fledermaustollwut sind aber hauptsächlich andere Virusspezies (Bat-Lyssa-Virus 1 + 2). Für den Menschen gilt allerdings bei einer Übertragung aller Virustypen die gleiche Gefährdung. Allerdings reagieren die Veterinärbehörden auf einen Tollwutausbruch bei Fledermäusen nicht mit Kontroll- und Bekämpfungskonzepten.
In Deutschland wurde die Tollwut seit 1993 durch Schluckimpfungen, zunächst mit präparierten Hühnerköpfen, später mit Ködern aus Fischmehl, bekämpft. Damit konnten die gemeldeten Tollwutfälle bei Wildtieren in Deutschland von 10.000 im Jahre 1983 auf ganze 43 in 2004 reduziert werden. Der letzte Tollwutfall in Deutschland ist bei einem Fuchs in RLP im Februar 2006 dokumentiert. Die orale Immunisierung wurde noch bis Frühjahr 2008 durchgeführt, ein Monitoring von Haus- und Wildtieren, insbesondere Füchsen, erfolgt weiterhin.
Neben Deutschland gelten die Schweiz, Finnland, Niederlande, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien, Portugal, Spanien, Großbritannien, Irland und die skandinavischen Länder sowie die Tschechische Republik offiziell als „tollwutfrei“ bezüglich der terrestrischen Tollwut. Einzelfälle wurden aus Polen, der Slowakei, Ungarn und Estland gemeldet.
In allen anderen europäischen Ländern bleibt die Tollwut bei Wild- und Haustieren nach wie vor noch ein Problem, dass sich auch wieder auf als tollwutfrei geltende Länder übergreifen kann. In Frankreich sorgte dieses Frühjahr ein Fall für Schlagzeilen, bei dem ein falsch geimpfter, an Tollwut erkrankter Welpe illegal nach Frankreich importiert wurde.
http://www.wir-sind-tierarzt.de/2015/05/tollwut-in-frankreich/
Übertragung und Krankheitsbild
Theoretisch können alle warmblütigen Tiere das Virus übertragen. Vektoren sind dabei Speichel und Blut, daher erfolgt eine Übertragung meist durch eine Bissverletzung oder nach Kontakt mit dem Speichel.
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 10 Tage bis zu 3 Monate.
Nach Brennen und Rötungen an der Bissstelle folgen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Unwohlsein. Im weiteren Verlauf tritt bei den Erkrankten eine zunehmende Reizbarkeit und Empfindlichkeit (Phobien) gegen Licht, Wasser und Geräusche auf. Psychische Veränderungen wie Aggression oder Verwirrung folgen. Der Tod tritt danach durch Herz- und Atemlähmung mit vorherigen Krämpfen ein.
Impfung
Ungeimpfte Personen müssen sofort der Impfstoff zusammen mit dem Tollwut-Immunglobulin gegeben werden (aktive und passive Immunisierung). Für gefährdete Personenkreise wie Tierärzte, Tierpfleger, Naturschützer, Förster und Jäger empfiehlt sich eine vorbeugenden Schutzimpfung.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tollwut.html

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