Schwarzdorn FruchtSchwarzdorn,  oder auch Schlehdorn (prunus spinosa) ist eine verbreitete Heckenpflanze.

Vorkommen:
Die Heimat des Schlehdorns erstreckt sich über Europa, Vorderasien bis zum Kaukasus und Nordafrika. In Nordamerika und Neuseeland gilt er als eingebürgert.
Zahlreiche Funde von Schlehenkernen in neolithischen Feuchtbodensiedlungen zeigen, dass er spätestens während der Jungsteinzeit nach Mitteleuropa eingewandert ist. Im Pfahlbaudorf Sipplingen am Bodensee (Schicht 11, genchronologisch um 3300 v. Chr. datiert) gibt es durchlochte Schlehenkerne, die offenbar als Kette getragen wurden.

Der Schwarzdorn ist eine Pflanze der Gattung Prununs und gehört zur Familie der Rosengewächse
(Rosaceae). Er wächst entweder als Strauch oder als kleiner Baum. In der Regel wird er nicht größer als 3 m, selten werden Höhen bis zu 6 m erreicht. Die Vermehrung geschieht durch Aussaat und durch Wurzelausschläge.

Der Schwarzdorn hat ein verästeltes Erscheinungsbild, Krüppelformen entstehen durch Wildverbiss oder auch durch dauerhaft starke Winde, wie sie z.B. an der Nordseeküste vorkommen. Man findet ihn häufig in Gesellschaft von Wacholder, Berberitze, Haselnuss, Wildrosen und Weißdornarten.
Bis in Höhenlagen von 1.600 m ist er zu finden.

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Die weißen Blüten des Schlehdorns erscheinen im März und April, lange vor dem Laubaustrieb. Dadurch lässt sich die Schlehe in diesem Zeitraum leicht vom Weißdorn unterscheiden, dessen Blüten erst nach den Blättern gebildet werden. Für die Blüten charakteristisch ist ihr leichter Mandelduft. Der Blütenbecher ist glockig, der Kelch besteht aus fünf dreieckigen bis ovalen Kelchblättchen. Sie werden etwa 1,5 bis 2mm lang und sind am Rand unregelmäßig fein gezähnt.
Die Frucht ist ca. 1cm groß und dunkelblau.

Die Schlehe ist eine der wichtigsten Wildsträucher für Tiere. Sie gilt als ausgesprochene Schmetter-lingspflanze und dient zur Zeit ihrer Blüte im Frühjahr zahlreichen Schmetterlingen, u.a. dem Tagpfauenauge als Nektarquelle.

Ihre Blätter stellen insbesondere für die Raupen des gefährdeten Grauen Laubholz-Dickleibspanners (Lycia pomonaria) und Gebüsch-Grünspanners (Hemithea aestivaria) oder des stark gefährdeten Schwalbenwurz-Kleinspanners (Scopula umbelaria) eine wertvolle Futterpflanze dar. Der vom Aussterben bedrohte Hecken-Wollafter legt vorwiegend in der Schlehe seine Eier ab. Für Jungraupen stellen die Schlehenblätter die erste Nahrung dar. Der Segelfalter nutzt die Schlehe ebenfalls.
Auch mehrere Käferarten sind auf den Schlehdorn als Nahrungsquelle angewiesen. Der selten gewordene goldglänzende Rosenkäfer knabbert gerne an den Blütenblättern und dem Pollen der Pflanze. Eine Rüsselkäferart, der Schlehen-Blütenstecher (Anthonomus rufus), lebt als einzige mitteleuropäische Käferart ausschließlich auf der Schlehe. Im Holz der Schlehe entwickelt sich die Larve des (wärmeliebenden) Bockkäfers (Phymatodes rufipes). Für etwa 20 Wildbienenarten stellt der Schlehdorn im zeitigen Frühjahr einen wertvollen Pollen- und Nektarspender dar.

Schwarzdorn BlattVon den Früchten des Schlehdorns ernähren sich weiter etwa 20 Vogelarten, darunter auch Meisen und Grasmücken. Schlehenhecken bieten speziell Strauchbrütern einen idealen Lebensraum. Diesen nutzt zum Beispiel der selten auftretende Neuntöter. Er spießt an den Dornen der Schlehe seine Beutetiere wie Insekten oder Mäuse auf.

Der Schwarzdorn in der Heilkunde:
Die Blüten, Rinde und Früchte wirken astringierend (zusammenziehend), harntreibend, schwach abführend, fiebersenkend, magenstärkend und entzündungshemmend. Ein Blütenaufguss wird besonders bei Kindern bei Durchfallerkrankungen, bei Blasen- und Nierenproblemen und Magenbeschwerden eingesetzt. Schlehenelixier gilt als geeignetes Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten.

Die Schlehenfrüchte reifen ab etwa September, werden zumeist aber nach dem ersten Frost am Strauch geerntet. Durch Frosteinwirkung (Naturfrost oder Tiefkühlkälte) wird ein Teil der bitter schmeckenden und astringierend wirkenden Gerbstoffe in den Früchten enzymatisch abgebaut.

Er wird zur Herstellung von Fruchtsaft und Obstwein sowie Marmelade, von Schlehenlikör „Schlehenfeuer“), oder Schlehenbrand verwendet .

In zahlreichen Legenden wird berichtet, dass die Schlehe ihre Dornen für die Dornenkrone zur Kreuzigung Jesu „hergegeben hat“.
Zu früheren Zeiten wurde er auch Hornschleha, Effken, Haferpflaume, Hagedorn, Hageldorn, Heckendorf, Kietschpflaume, Schlehdorn, Schlechtberi, Schlehe, Schlinge benannt.

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