Der Marderhund  (Nyctereutes procyonoides), ein Einwanderer aus dem asiatischen Raum wird auch Enok oder Tanuki genannt und ist seltener auch als Obstfuchs bekannt. Seine ursprüngliche Heimat ist Ostsibirien, das nördliche China sowie Japan. In Mitteleuropa zählt er zu den Neubürgern (Neozoon).
In Westrussland führte man den Marderhund wegen seinen Pelzes im neunzehnten Jahrhundert ein, in den 30 bis 50 Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in der Ukraine über 10.000 Marderhunde freigelassen. Von dort aus breitete sich die Art über Polen in Richtung Deutschland aus.

marderhund-1-5Ähnlichkeiten weist der Marderhund im Aussehen mit dem Waschbären auf, unterscheidet sich aber schon allein durch die geteilte Gesichtsmaske vom Waschbär. Die Länge Kopf bis Ende Rumpf beträgt circa 50 bis 68 cm. Der Schwanz weist eine Länge von 13 bis 25 cm auf, die Höhe am Widerrist liegt zwischen 40 und 50 cm bei einem Gewicht zwischen 4 bis 10 Kg.

Das Fell des Marderhundes ist an den Flanken beige-grau, am Bauch und Rücken schwarzbraun. Auch der Marderhund unterliegt dem Fellwechsel wobei Sommerfell und Winterfell farblich gleich sind.

Der Marderhund lebt monogam.  Die Paarungszeit (Ranz) findet Ende Januar, Anfang Februar statt. Die Tragzeit beträgt 62 Tage. Beide Elterntiere versorgen die 6 bis 10 Welpen eines Wurfes, die blind und wollig behaart zur Welt kommen. Während der Aufzucht sucht die Fähe nach Nahrung, der Rüde bleibt bei den Welpen. Dabei nimmt der Rüde kaum Nahrung auf. Nach etwa 3 Wochen  wird feste Nahrung abwechselnd von beiden Elterntieren zugetragen. Im September/Oktober wandern die Jungtiere ab, die mit ca. 10 Monaten geschlechtsreif sind.

Der Marderhund ist ein nachtaktiver Jäger. Sein bevorzugter Lebensraum sind Wälder mit reichlich Unterholz. Er ist kein geschickter Jäger, er sucht sich seine Beute auf dem Boden und an Uferrändern. Im Gegensatz zum Waschbären liegt ihm das Klettern fern.

Der Marderhund gehört zu den Allesfressern mit einem ganzjährig hohen Anteil an pflanzlichen Bestandteilen; auch Aas wird nicht verschmäht. Die Hauptnahrungskomponenten sind Kleinsäuger, Vögel, Amphibien, Insekten und Pflanzen (z.B. Mais, Obst). Ähnlich wie der Dachs ist der Marderhund eher Sammler als Jäger. Er frisst sich im Spätsommer/Herbst große Fettreserven an und muss daher während seiner Winterruhe  kaum auf Nahrungssuche gehen. Im November/Dezember hält der Marderhund Winterruhe, in milden Wintern bleibt er ganzjährig aktiv.

Die natürlichen Feinde des Marderhundes sind Wolf, Luchs und Bär.

Marderhund
Ordnung:                    Raubtier (Carnivora)
Überfamilie:              Hundeartigen (Canoidea)
Familie:                      Hunde (Canidae)
Unterfamilie:             Echte Hunde (Canini)
Gattung:                     Nyctereutes
Art:                             Marderhund

 

 

 

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