Der Sikahirsch (Cervus nippon) stammt ursprünglich aus Ostasien und ist heute in vielen Gegenden der Welt verbreitet. Außerhalb von Japan gilt Sikawild in seinem Ursprungsgebiet als bedroht.

In Deutschland gilt es als Neozoe, denn erst 1893 wurden die ersten Sikahirsche als Parkwild eingeführt. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts haben sich aus geflüchteten oder ausgesetzten Tieren einige wild lebende Populationen entwickelt, die sehr standorttreu sind. Es bevorzugt Wald- bis Mittelgebirgsregionen:

  • Hüttener Berge (Schleswig-Holstein)
  • Schwansen, Ostangeln (Schleswig-Holstein)
  • Weserbergland (Niedersachsen)
  • Sauerland (Nordrhein-Westfalen)
  • Klettgau (Baden-Württemberg)

Sikawild ist deutlich kleiner als Rotwild, etwa wie Damwild. Es erreicht eine Rumpflänge zwischen 95 und 140 Zentimeter. Die Schulterhöhe beträgt 64 bis 100 Zentimeter, sie wiegen bis zu 80 Kilogramm.

Das Sommerfell des Sikawildes ist rotbraun mit weißen Flecken. Im Winter sind diese im graubraunen Winterfell kaum noch sichtbar, dafür bildet sich bei beiden Geschlechtern dann eine dichte Halsmähne. Der Kopf bleibt heller als die Mähne und die restliche Decke. Sie tragen einen Spiegel, d.h. die Hinterseite des Oberschenkels ist weiß bis hell und von dunkleren Haaren umrahmt. Auch das Ende des Schwanzes (Wedel) mit einem dunklen Strich in der Mitte. Er hat Signalwirkung, bei Erregung spreizen sie die Haare des Spiegels, damit er größer erscheint.

Die männlichen Tiere bilden ein Stangengeweih. Im September ist es fertigt ausgebildet. Das versorgende Gewebe wird dann an Bäumen und Sträuchern abgestreift (Fegen). Im April des nächsten Jahres wird das Geweih abgeworfen.

Sikahirsche riechen und hören sehr gut. Außerdem werden bis zu zehn verschiedene Lautäußerungen unterschieden. Schreckruf ist ein kurzer Pfiff.

Sikawild brunftet Mitte Oktober bis Mitte November. Sie bilden kleine Brunftrudel in hohem Gras oder Schilf. Der Brunftschrei ist ein schrilles Pfeifen. Die Tragzeit dauert 7,5 – 8 Monate. Zwillingsgeburten sind selten, in der Regel setzt ein Tier nur ein Kalb.

Bei der Nahrung braucht Sikawild als Mischtyp Gräser, Kräuter, Blätter und Knospen. Es schält auch Rinde und verbeißt junge Triebe und kann so erheblichen forstwirtschaftlichen Schaden anrichten. Auch Getreide, Kartoffeln und Waldfrüchte werden nicht verschmäht.

Sikawild ist überwiegend nachtaktiv.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit dem Damwild.

 

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