Das Nutria (Myocastor coypus) wird auch Sumpfbiber oder Biberratte genannt. Er ist ein Neozoe, es gehört zur Gattung‎ ‎Myocastor, Familie der Stachelratten (Echimyidae), ist ein Meerschweinverwandtes.

Es kommt ursprünglich aus Südamerika. In Europa stammen die Tiere aus bewussten Aussetzungen oder von Pelztierfarmen, die ersten in Frankreich um 1890.

(c)Janusz Klosowski_pixelio.de.
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Nutrias sind Nagetiere, ihre langen Zähne sind orange gefärbt, im Jugendalter sind diese hellgelb. Das Fell ist rotbraun mit samtig weichem Unterfell. Gelegentlich gibt es auch weiße Exemplare.

Sie wiegen zwischen 2 und bis zu 10 kg. Ihr Schwanz ist unbehaart und rund, zudem besitzen sie Schwimmhäute an den Hinterfüßen. Sie können sehr gut tauchen und ein Tauchgang kann bis zu 5 Minuten andauern. Nutrias sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, strenge Winter vertragen sie nicht. Sie können bis zu 10 Jahre alt werden.

 

737083_original_R_K_B_by_www.cnidaria.net_pixelio.deNutrias wohnen in selbstgegrabenen Erdhöhlen im Uferbereich oder auch in Nestern aus Schilf.
Die Erdhöhlen sind bis zu 6 m lang und 3 m tief und haben 60 cm im Durchmesser.  Die  Ausgänge  liegen immer über der Wasseroberfläche.

Sie leben paarweise in kleinen Gruppen bis zu 15 Tieren. Die Fortpflanzung ist  polyöstrisch (mehrere hintereinander wiederkehrende Zyklen). Paarungzeit ist das ganze Jahr, die Tragezeit beträgt zwischen 110 und 135 Tage, dann werden ca. 5-6 Junge geboren.  Diese sind Nestflüchter und nach 3 Monaten selbstständig.

Nach einem Wurf sind die Nutrias sofort wieder empfängnisbereit.

Jungböcke sind nach 5 Monaten, Metzen nach 6 Monaten geschlechtsreif.  Es werden bis zu 3 Würfe im Jahr geworfen.

Nutrias haben ein breites Nahrungsspektrum und ernähren sich von Schilf- und Wasserpflanzen, aber auch von Würmer, Schnecken und kleinen Vogeleiern. Aber sie haben auch Nahrungspräferenzen. Der tägliche Nahrungsbedarf ist ¼ des Körpergewichtes.

Sie verursachen große Fraßschäden und halten sich aber fast immer in Ufernähe auf.

Verwechselt werden sie häufig mit dem Bisam ( Ondatra zibethicus ). Die Bisamratte, wie sie häufig auch bezeichnet wird,  kommt ursprünglich aus Nordamerika, gehört zu den Nagetieren und wurde zur Pelztierzucht hier eingeführt. Zoologisch gesehen ist sie keine Rattenart, sondern zu den Wühlmäusen gehörig, daher ist der Name Bisam der eigentlich korrekte. Er erreicht eine Kopf-Rumpflänge von 35 cm und ein max. Gewicht von ca. 2,3 kg.

 

 

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B.Hinz
B.Hinz
1 Jahr her

Guten Tag, Danke für den Bericht. Haben Sie das mit dem Fressen von Vogeleiern selbst beobachtet?